So. 03. Januar. 2016

Berichte der Saison 2015


Die Saison 2015 ist seit einiger Zeit bereits Geschichte und die Planungen für den Sommer 2016 laufen auf Hochtouren.

   

Zeit mal den Besuchern, bzw. Helfern der vergangenen Saison das Wort zu geben. Nachfolgend verschiedene Erlebnissberichte von Mitwirkenden des vergangenen Sommers.

                                          Die Berichte werden angezeigt wenn du unten klickst.

Kategorie: Admin

 

 Vorwort von Roman Eisenring


Das Jahr 2015 begann ziemlich hektisch, Anfang Mai sollte im Wohnhäuschen in Gramonenc der Dachboden mit Parkett belegt werden und die Wände fertig verputzt, sowie gestrichen werden, damit in der neuen Saison die Platzverhältnisse verbessert würden.
Dann der Grosse Brocken, Fertigstellen der Grundmauer vom neuen Ziegenstall in Gramonenc, Bodenbalken legen und mit Hilfe des im vergangenen Herbst auf den Berg gebrachten Baukranes, das aus Baumstämmen gefertigte Blockhaus aufstellen.
Dann Anfang Mai eine Anfrage an meiner Arbeitsstelle, ob ich sofort wegen eines Notfalles verreisen könnte? Das hiess Anfrage in Norddeutschland, bei Petra und Hans, die als Startgruppe in Gramonenc vorgesehen waren für die Saison, ob sie einverstanden sind etwas später zu kommen?
Sie meinten, sie seien ja flexibel. Die Vorbereitungen in Gramonenc wurden gestrichen..... Also verreiste ich kurzerhand, machte unterwegs ein Foto dieses Städtchens,

organisierte aber von weitem übers Internet einige Details für den Berg und als ich wieder daheim war kamen Petra und Hans aus Rostock auf den Berg. Etwas später stieß Taimi aus der Schweiz dazu. Diese 3 hatten dann den Salat, sie konnten dann alles was an Vorbereitungen für die Saison geplant war, inklusive Aufräumarbeiten usw. zusammen ausbaden.
Eine Liste wurde erstellt mit allen notwendigen arbeiten. Als ich nach einer Woche wieder oben auf dem Berg war um einerseits zu unterstützen, aber auch um zu schauen ob alles sinnvoll lief, war bereits die ganze Arbeitsliste abgearbeitet!!!  Ich getraute mich kaum zu sagen was es denn noch alles zu tun gab, die 3 erledigten alles so schnell und perfekt.
Später kamen dann Reto mit seiner betreuten Gruppe einer Stiftung, dies heuer bereits das 4te mal und das es ein 5tes mal im 2016 gebe, wurde von allen beteiligten gewünscht.
Als die Gruppe abgereist war, sollte endlich der Grosse Brocken, das Blockhaus dran kommen. Aber leider stellte sich heraus, das am neu beschafften Generator doch etwas nicht ganz in Ordnung war. Er lief 1 Stunde und dann war erst mal Pause. (lange Pause)
Verschmortes Plastikteil am Unterbrecher!?!?!?!. Gut neues besorgt in Deutschland, weil der VW-Motor bereits älterer Bauart war. Eine Woche später, Generator repariert,.....und wieder durchgeschmort. Verflixt.... durchgeschmort, wo es gar nicht so heiss wird. Nach 3 maligen Versuchen und schnell dahinrennender Zeit dann meine Erkenntniss, das da irgendwo Strom fliessen würde, wo er nicht sollte und nur so verschmorte Teile entstehen können. Also nach sehr reiflicher Diagnose bestellte ich eine neue Zündspule. Da ich aber inzwischen die ganze Zündanlage verstellt hatte bei der Fehlerdiagnose, musste auch noch ein Stroboskop her, um im falle das der Fehler gefunden war, den Zündzeitpunkt des Motors wieder korrekt einzustellen.
Die ganze Übung dauerte insgesamt fast ineinhalb Monate ( immer an den Wochenenden) , natürlich wurde inzwischen alles andere erledigt, aber der Kran konnte nicht aufgestellt werden und das ganze Blockhausthema drohte für dieses Jahr zu scheitern. Also gab es einige schlaflose Nächte, Ersatzteilsuchen und Übrlegungen wie weiter, falls es nicht klappt. Verflixt, ein Berg ohne Strasse, da beginnt man ab und zu zu zweifeln.....
Dann irgendwann als ich mit einer menge Krimskrams, neuen Stromkabeln, einer neuen Zündspule usw. mich noch mal an den Motor wagte, endlich die Erlösung.
Tatsächlich Zündspule war defekt und das erzeugte verschmolzene Teile.
Endlich.!!!!
Es wurde bald Herbst, das Haus (der neue Ziegenstall mit angebauter Werkstatt) sollte bereits stehen und nicht mal der 12 Meter hohe Kran war aufgestellt.
Am Kran mussten auch noch einige Kabel erneuert oder verkürzt werden, damit er zuverlässig mit dem Generator betrieben werden konnte.
Aber dann ging es los. Stamm für Stamm aufgeschichtet und der Rohbau, also die Wände des Blockhauses wurden mit Planen gedeckt. Nun war es bereits ende September. Der Dachstuhl fehlte komplett. 14 Arbeitstage würde dieser dauern um ihn herzustellen, war geplant. So viel Zeit war nicht mehr, zudem kam wieder mal Regenwetter.
Nun machte man das erste mal in diesem Sommer die Türen dicht auf dem Berg und man verabredete sich auf die nächste Schönwetterperiode.
Als diese schließlich kam, wurde innerhalb von 10 Tagen (und halben Nächten) der Dachstuhl angefertigt und das ganze Gebäude mit Schichtholzplatten gedeckt. Am Schluss mit 2 lagen Planen Regendicht gemacht.

 


Nun war es Mitte Oktober und endlich sah man ein Gebäude dort, wo einige Jahre zuvor ein alter Stall eingestürzt war.
Der Berg hat viele Gesichter und wieder wurden neue Geschichten geschrieben.
Insgesamt, war es wirklich eine tolle lehrreiche Saison und immer wieder kommen nette Briefe und Fotos von Helfern an.
Abschliessend einen herzlichen Dank, an alle die zu diesem tollen Ergebniss beigetragen haben
Roman

Jetzt einige Berichte von Personen, die in der Betriebsgruppe waren, sie berichten kurz oder ausführlicher über ihre Erlebnisse während ihres Aufenthaltes im 2015

 

 

Petra und Hans aus Rostock

Unser Einsatz im Schweizer Tessin in Romans Projekt war – dufte! Es ist nun schon eine Weile her und wir müssen darüber nachdenken was hier als kleine Rückblende aufgeschrieben werden soll.
Hans war inzwischen wieder auf See für Greenpeace um Island und Umgebung bis zum europäischen Festland, Petra kümmert sich sehr engagiert wieder um die Schar der Enkelkinder; gemeinsam waren wir mit Enkelkindern auf einem Bio-Bauernhof in Thüringen und später auf einem Demeterhof in Oberfranken, wandern waren wir beide in Süddeutschland im Lamer Winkel.........und so müssen wir schon ein bischen buddeln um die Schweiz wieder freizulegen.


Wir waren die ersten in 2015 die auf den Berg gekrachselt sind und die Saison gemeinsam mit Roman und Seat eingeläutet haben. Nach dem Winterschlaf mußte alles, was zu Romans Projekt gehört auch erstmal etwas „freigebuddelt“ und aufgeräumt werden ( aber wozu waren wir denn da – na, genau dazu) – der erste Eindruck war also erstmal „aha!“. Dazu waren die natürlichen Gegebenheiten nicht so , wie man sich das etwa nach den bekannten „Heidi“-Motiven vorstellen würde (das findet man erst weiter oben so vor, wenn man auf Ches geht) – kurz, wir mußten uns erst etwas eingewöhnen.
Wir hatten als für längere Zeit Anwesende das Privileg in Romans Wohnwagen zu nächtigen, welcher nochmal eine etwas elevierte Lage hat im Vergleich zum Haupthaus. Somit hatten wir jeden Abend in der Koje, da wir mit offener Wagentür schliefen, noch im Wegdämmern einen herrlichen Blick auf die umgebende Bergwelt und die Lichtspiele des Sonnenuntergangs.
Arbeitsmäßig ging es übergangslos direkt nach dem Voll-Gepäck-Aufstieg los mit Ausrüstungsübernahme vom Helikopter und der baulichen Fertigstellung des Obergeschosses im Wohn- und Wirtschaftshaus. Roman hatte zu diesem Zweck extra einen Bekannten, Seat, mit auf den Berg gebracht – und somit war nichts mit „na, komm mal erstmal an“ - verständlicherweise....... Petra mußte erstmal sich durch die Gegebenheiten des Haushaltes finden und sich der Verpflegung widmen, was angesichts des Erwachens des Projekts aus dem Winterschlaf auch nicht gerade von Pappe war. Die Gartensaison war zu eröffnen, was auch zu Petras Obliegenheiten gehörte.

   

Daß sie das gut gemeistert hat, davon zeugte später die Möglichkeit auf etwas Frisches aus dieser Schatzkammer der Natur zuzugreifen – richtig in Schwung kamen die Lieferungen aus dem Garten sicherlich erst, als wir schon wieder weg waren – was normal ist, denn einen Baum pflanzt man ja auch nicht für sich.
So kam also bereits am ersten Wochende alles richtig in Schwung und als Roman (den wir hier in angenehm lobender Weise als „Arbeitstier“ kurz umschreiben möchten) mit Seat wieder abreiste um seiner täglichen beruflichen Arbeit und weiteren aufreibenden Tätigkeiten zu Hause nachzugehen …...war die Arbeitsliste für uns erstellt und Petra führte diesbezüglich das Zepter von der Arbeitseinteilung bis zum roten Häkchen nach der Abarbeitung der einzelnen Aufgaben. 

 

Nun soll hier nicht der falsche Eindruck erweckt werden, daß es sich auf dem Berg um ein Zwangsarbeitslager (russischer Ausdruck = Gulag) handelt. Zum Arbeiten ist man da, aber jeder ist frei die Einteilung so vorzunehmen, wie es seinen Kräften und Möglichkeiten entspricht – ein Ergebnis ist natürlich immer das Ziel, aber die Wege dahin können durchaus unterschiedlich sein – da gibt es keinen Druck und es bleibt genügend Zeit für anderes wie Wandern und Entspannung in dieser schönen Bergwelt.

 


Petra und Hans haben sich so eingerichtet, daß der Kessel immer unter Druck war und auch etwas geschafft wurde (denken wir jedenfalls) und haben dabei alles ohne Schaden an Geist und Körper, und ohne das die Sicherheitsventile des besagten Kessels abgeblasen haben, überstanden – und wenn wir heute noch gerne daran zurück denken spricht das für den Gesamteindruck, den der Einsatz im Tessin in 2015 in uns hinterlassen hat.
Wir wollen hier nicht weiter auf Details des täglichen Arbeitslebens eingehen – bei den etwa 2 Monaten, die wir in Romans Projekt verbracht haben, wäre das etwas zuviel.
Auf jeden Fall kam kurz nach der Eröffnung der Bergsaison Taimi zu unserer Hilfe geeilt – das war willkommene Enlastung für uns und rundherum ein angenehmes Dasein zu dritt dort oben. Als sie wieder abfuhr haben wir sie vermißt.
Ein weiterer Höhepunkt war das Zusammenleben und die Zusammenarbeit mit der „Reto“- Projekt-Gruppe von der Brühlgut-Stiftung aus Winterthur in der Schweiz. Wir haben aus dieser Begegnung sehr viel gelernt und mitgenommen. Auch dieser Abschied nach einer Wocher fiel schwer.
Während unserer Zeit dort haben wir auch noch Marcello kennengelernt und seine Frau, einen immer hilfsbereiten Freund von Roman, und Marianne, welche uns kurz besuchte im Vorfeld ihres Einsatzes später auf dem Berg. Zu unserer Ablösung eilte Michael herbei eine Woche vor dem Abschied. Alle haben wir in guter Erinnerung.

                                                           .    Brunnen in Gramonenc               die neue Wasserpumpe                     Der neue Holzstapel

Nun waren wir aber auch ansonsten nicht ständig allein, sondern Roman schaute schon hin und wieder wie es seine Zeit zuließ nach uns und nach dem „Rechten“ - die Arbeitsliste mußte ja auch ab und zu ein bischen ergänzt werden, wenn Petras rote Häkchen die Oberhand gewannen. Lustig war immer wenn Roman mit dem Zug anreiste und bepackt wie ein Bergesel mit Ausrüstung und Proviant von uns unten im Dorf empfangen wurde, um die Last für den Aufstieg etwas zu verteilen – man durfte immer gespannt sein, was er denn wieder alles im Sackel hatte. Nach solchen Aufstiegen schlief man um so besser – nein, Roman nicht, der hatte immer noch meist bis Mitternacht zu tun mit Stirnlampe und wahrscheinlich einem Kompass zur Hilfe.
Wichtig bei einem solchen Einsatz ist ja immer die Versorgung, weil, na wir wissen ja...ohne Dampf...usw...Petra ist eine begnadete Köchin und hat ihre Fähigkeiten, auch zur Improvisation, am Holzfeuer voll entfaltet. Wir litten keine Not. Grundnahrungsmittel sind in Keller und Küche immer reichlich vorhanden und wurden auch bei entsprechender Gelegenheit mittels Helikopter ergänzt.

 

Frisches mußten wir uns natürlich hin und wieder aus dem Dorf unten holen, da führt kein Weg um den Berg herum – und wenn man seine Nahrung den Berg raufträgt lernt man ihren Wert und ihr Gewicht noch besser kennen, als wir es ohnehin schon tun........und wenn es denn auch mal ein Fläschchen Wein sein soll, schmeckt der um so besser nach verschwitztem Aufstieg. Hier erwies sich Taimi auch als sehr hilfreich – will meinen bei der Beschaffung und Transport..... Aber auch Roman hat uns diesbezüglich nicht völlig allein gelassen und steuerte zu den Geburtstagen und zum Abschied auch von diesem bei.
Roman ist insgesamt ein sehr großzügiger Gastgeber der nie ein Problem darin sah uns mit Bargeld für den Frische - Einkauf im Dorfkonsum auszustatten (zu unser Ehr-Rettung muß aber erwähnt werden, daß wir den Wein, um ihn hier „nochmal“ zu erwähnen, selbst getragen haben in jeder Beziehung). Für alle, die es genau wissen wollen: selbstverständlich ist es dort kein Grand-Hotel auf dem Berg, aber wir konnten es uns immer gut gehen lassen was die Zufuhr von Nahrungsmitteln betrifft ; es war für alles gesorgt, der Kühlschrank immer (fast) voll (auch aus Romans Landwirtschaft) und selbst zum nachmittäglichen Kaffeetime war reichlich Gebäck und Schokolade vorhanden.

 

Wir beschreiben das hier etwas ausführlicher, weil mancher sich vielleicht Sorgen macht diesbezüglich und von Kargheitsgedanken geplagt wird wenn er an die einsame Lage denkt.

 
Aus Romans Portal wissen wir, daß nun in dem neuen Stall eine Werkstatt im werden ist mit einer urwüchsigen Werkbank und vielen alten stabilen Handwerkzeugen – sehr gut für eine Zeit, wo so mancher ohne Elektrizität und entsprechende Werkzeugmaschinen kaum noch klar kommt. Die werkzeug-und hilfsmittelmäßige Ausrüstung war zu unserer Zeit auch schon umfangreich - sie kann dort oben niemals komplett sein und zum Improvisieren bleibt so immer Spielraum - wovon niemand dümmer wird. Roman war auch kontinuierlich bestrebt etwaige Lücken aufzufüllen.
 
Wie soll man es sagen – am Ende eine gelungene „Veranstaltung“ von der alle Seiten profitiert haben ? - ja, paßt.
Wir wissen noch nicht, ob es uns nocheinmal dorthin verschlagen wird – prinzipiell steht dem von unserer Seite nichts entgegen. Aber wir sind auch etwas unstet, also auch immer auf Ausschau nach Neuem, nach anderen Dingen die man noch lernen kann in anderer Umgebung. Aber das wird die Zeit zeigen. Aus dem Kopf ist es nicht, aber zu weit voraus fest planen behindert die Beweglichkeit.


 Petra & Hans

 

Taimi

Gramonenc 1. – 19. Juni 2015
In Juni 2015 war ich für 3 Wochen in Gramonenc. Ich kam einige Tage nach Petra und Kalle (Hans) dort an. Sie haben mich von unten in Chironico abgeholt.
Petra und Kalle hatten sich schon in Wohnwagen einquartiert und ich konnte in der Stube in einem richtigen Bett Platz nehmen.
Blick ins Gelände: überall Baustellen. Und als am Abend noch die Holzbeige zusammen krachte war es fast zu viel.

    

Zu dritt versuchten wir nach Kräften die Unordnung zu bewältigen und Herr der Lage zu werden.
Petra und Kalle waren unglaublich effizient. Morgens um 7Uhr Feuer machen für Kaffee und Wäsche, wobei Petra schon seit 6 Uhr auf den Beinen war und den Garten umgrub.
Eine kurze, eiskalte Dusche im Bach, und schon waren wir bereit für den Tag.
Nach einer Woche hatten wir alle Küchenschränke geschruppt und der Weg bis zum Pizzaofen war wieder freigelegt. Sitzgelegenheit gab es auf den Zementsäcken. Der Tisch und die Bänke draussen waren ja überstellt mit Sachen vom oberen Stock welcher in Umbau stand. Somit waren sie nicht zu gebrauchen. Im oberen Stock haben wir dann den Boden fertig verlegt und die Wände mit Mineralfarbe gestrichen. Dann wollten wir den Tisch draussen räumen. Leider aber hatte der Regen mittlerweile die Sachen dermassen durchnässt, dass die in etwa 20 Militärdecken und Leintücher gewaschen und zum Trocknen aufgehängt werden mussten. Das war ziemlich kräfteraubend und wir waren schon nahe am Zusammenbruch, da ja das Wasser zuerst vom Bach geholt und auf dem Herd gekocht werden musste. Zum Glück gab es einige riesige Kochtöpfe in der Küche. Die Holzbeige stand mittlerweile auch wieder stabil auf dem schiefen Grund.

   


Kalle räumte den Keller auf und so konnten wir die Werkzeuge und Lebensmittel einfacher finden. Roman hatte ja vieles mit dem Heli kommen lassen und es war eigentlich schon alles da. Nur frisches Gemüse und ein Glas Wein zum Abendessen vermissten wir so sehr, dass ich einmal in der Woche den Weg ins Tal auf mich nahm. Glücklicherweise konnte ich dabei feststellen, dass der Ab- und Aufstieg jedes Mal etwas leichter zu bewältigen war.
Als Nebenbaustelle wurde eine Jurte aufgestellt. Zum Glück war Roman dabei. Ohne Ihn wäre es schwierig, wenn gar unmöglich gewesen, es standhaft hinzukriegen.

   

Petra hat einen leckeren Kuchen für die Jurtenbauer hergezaubert. Dieser wurde bis zum letzten Krümel aufgegessen.
Auch sonst haben wir sehr schmackhaftes Essen von Petra gekocht gekriegt. Jeden 2ten Tag frisches Brot ,Pizza. Die selbstgemachten Mostbröckli und Würste von Roman waren auch sehr gut. Es gab Rhabarber in allen Variationen. Rhabarber zum z‘Morgen, Rhabarbermus zum z‘Vieri und Rhabarbersaft den ganzen Tag, was eine wunderbare Darmfunktion zur Folge hatte.
Die kurze Siesta nach dem Essen war herrlich. Auf der (Nachbars-) Wiese konnten wir uns so richtig austrecken und kurze Träume haben.

Ins Bett sind wir jeweils gegen 20 Uhr. Müde vom Tag und der einsetzenden Dunkelheit. Nachdem die Stirnlampe den Geist aufgegeben hatte, war Lesen im Bett ohnehin nicht mehr möglich.
Nach 2 Wochen wurde das Leben in Gramonenc leichter, da die Baustellen einigermassen geordnet, die Zementsäcke in einer Ecke und die Bretten und Latten in einer anderen Ecke gestapelt waren. Die Ziegelsteine und die Schieferplatten waren alle beisammen und der Gartentisch war auch wieder frei und zu gebrauchen.
Aber oh-je, da waren ja noch die winzigen Wachtelchen. Es waren, so glaube ich, 18 Stück, in ihrem Käfig, welchen wir jeden 2. Tag umplatzieren sollten. Mit den vielen lebhaften Vögeln war dies im abschüssigen, unebenen Gelände gar nicht so einfach. In der ersten Zeit haben wir keine Eier gesehen. Mit viel Kreativität und auch durch Studieren von Fachbüchern konnten wir das Leben der Vögel artgerechter gestalten, mittels einer Eierlegehütte und einem Spielplatz mit Sand und Ästen. Und schon wurden wir mit einigen Minieiern belohnt.

              Wir hatten alle offenen Aufgaben in einer Liste erfasst. Allabendlich wurden die erledigten Arbeiten von Petra mit rotem Stift durchgestrichen. Petra und Kalle haben überall die Arbeit gesehen, was ja nicht so verwunderlich war. Nur mit viel Zureden konnte ich sie für einige schöne Wanderungen überreden. Gribbio, Ces, Cala. In der Kapelle von Cala haben wir als Dank für die gelungene Zeit und für die Bergheiligen eine Kerze angezündet.

     

Bei unserer Ankunft im Dorf Cala wurden die Glocken geläutet und wir Ankömmlinge damit willkommen geheissen.
Ich hoffe, dass Roman und die später im Juli angekommenen Helfer die Erträge von Petras Garten geschätzt haben. Für uns im Juni, gab‘s ja nur die Gartenarbeit, Rhabarberstauden und einige Kräuter.
Wenn ich heute (Nov) im Internet die neuesten Fotos von der Alp Gramonenc sehe, kann ich feststellen,  dass auch nach uns fleissige Leute am Werk waren. Die Blockhütte halb-fertig, der Pizzaofen ist sicher auch schon vollendet. Die vielen Baumaterien sind wohl bereits in fertige Kunstwerke verwandelt.

Gruss Taimi

 

Reto



 

Marco

 

Hier einige Zeilen zu meiner Gramonenc-Erfahrung:

 

Ich verbrachte 1 Woche Ende Juli 2015 in Gramonenc. Vom Einsatz in Gramonenc erfuhr ich kurz zuvor auf zalp.ch und die Homepage von cultura-monti.ch sprach mich sehr an. Kurzfristig konnte ich dann nach Kontaktaufnahme mit Roman Eisenring einen einwöchigen Einsatz organisieren. 

 

Als stressgeplagter Städter hatte ich das Bedürfnis nach dem „einfachen“ Leben in der Natur verbunden mit körperlicher Arbeit. Und genau dies dieser Alltag erwartete mich in Gramonenc. Gramonenc liegt abgeschieden hoch über der Leventina eingebettet in schöner, ursprünglicher Natur. Ich machte mich an einem Sonntag mit dem Zug von Zürich aus ins Tessin nach Faido auf den Weg. Von Faido aus gelangt man dann per Postauto nach Chironico, ein malerisches Dorf mit vielen regional-typischen Steinhäusern. Der Aufstieg von Chironico aus ist ziemlich steil und dauert so ca. 1.5-2h. Es finden sich wiederholt wunderschöne Aussichtspunkte mit Blick aufs Tal.

 

In Gramonenc wurde ich dann von Roman und Michael empfangen und wir konnten uns bei einer Mittagsverpflegung austauschen (Roman Eisenring ist der Initiator und Koordinator des Projektes Cultura Monti; Michael aus Würzburg war wie ich Gast im Projekt, hatte sich für einige Wochen verpflichtet und war bei meiner Ankunft bereits seit 1 Woche oben am Berg). Nach einem informativem Rundgagn durch das Gelände wurden Michael und ich über die anstehenden Arbeiten der kommenden Woche instruiert (Arbeit auf der Baustelle, Haushaltsarbeiten, Gartenarbeit, Verpflegung der Wachteln, usw.). Roman machte sich dann am Nachmittag auf die Heimreise Richtung Ostschweiz, wo er von Montag bis Freitag neben dem Projekt Cultura Monti einer geregelten Arbeit nachgeht. Gramonenc besteht aus einem kleinen, gemütlichen Steinhaus, wo sich eine Küche und Schlafplätze befinden. Geheizt wird mit Holz, es gibt keinen Strom und fliessendes Wasser. Wasser holt man vom kleinen Bach, das hinter dem Haus durchfliesst (kristallklar und dementsprechend kalt). Von ebendiesem Bach stammt das Wasser, mit der die Outdoordusche gespeist wird (nach dem Schock durch den erstmaligen Wasserkontakt stellt sich eine Erfrischung der Sonderklasse ein). Auch draussen in der Natur befindet sich die Toilette mit Sitzgelegenheit.

 

Am kommenden Tag stiess als weiterer Gast Maike aus Berlin dazu.

 

                 

In der Woche, die ich oben in Gramonenc verbrachte, arbeiteten Michael und ich vor allem auf der Baustelle am Bau des künftigen Blockhauses. Der Grundriss war durch Steinwände eines ehemaligen Hauses gegeben, die für den neuen Bau genutzt wurden. Die Arbeit von Michael und mir bestand darin, den Boden bestehend aus Erde und Steinen innerhalb des Grundrisses tieferzulegen und auszunivellieren. Das bedeutete viel Arbeit mit Hacke, Schaufel und Schubkarren, so dass sich am Abend eine angenehme körperliche Müdigkeit einstellte. Maike kümmerte sich währenddessen vor allem um die Gartenarbeit und die Versorgung der Wachteln. Für die Zubereitung der Mahlzeiten wechselten wir uns jeweils gegenseitig ab.

 

Die zum Teil monotonen, körperlich betonten sich wiederholenden Arbeitsabläufe eingebettet in der unberührten Natur hatten auf mich eine entspannende und entschleunigende Wirkung. Ich konnte dabei zur inneren Ruhe gelangen und in Einklang mit dem Rhythmus der Natur kommen. Die Tage oben in Gramonenc erlebte ich als sehr erfüllend und bereichernd.
 
Marco

 

 

Friedrich Schlüter

 

 Friedrich Schlüter, 15 Jahre alt und war im Rahmen eines Schulprojektes in Gramonenc.

Hier die Umschreibung des Projektes
Herausforderung 2015

Das 21. Jahrhundert braucht eine Vielfalt von Talenten und Persönlichkeiten. Es ist wichtig, jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, zu entdecken und zu experimentieren – ästhetisch, sportlich, wissenschaftlich, kulturell und sozial. „Kinder brauchen immer wieder Gelegenheit, etwas zu erfahren, was unter die Haut geht, was sie berührt und begeistert“ - so der Hirnforscher Gerald Hüther. „Selbstvertrauen und Zuversicht sind Fähigkeiten, die in den Menschen wachsen müssen, nicht von außen, sondern von innen.“

An dem Evangelischen Gymnasium Siegen-Weidenau leisten wir dazu einen aktiven Beitrag  indem wir Lernzeit für das „Lernen im Leben“ zur Verfügung stellen. Im Projekt „Herausforderung“ suchen sich alle Schüler_innen des Differenzierungskurses Mensch und Welt außerhalb Siegens in einem Zeitraum von zweieinhalb Wochen alleine oder in der Gruppe eine Herausforderung. Die Jugendlichen erfahren dabei ihre Grenzen, erproben sich und erbringen soziale, körperliche und entwicklungspsychologische Leistungen, auf die sie stolz sein können. Das Projekt bietet allen Jugendlichen die Möglichkeit, sich persönlich zu entwickeln und zu stärken. Lebenserfahrung und Lebensorientierung werden erlebbar.

Bericht für die Schule
Unsere Kontaktperson, Roman Eisenring, war auch gleichzeitig der Besitzer der Berghütte. Von ihm bekamen wir einen Vertrag, der für die örtlichen Behörden bestimmt war, und damit abgesichert war, dass niemand gegen die dortigen Regeln verstieß. Damit war unser Aufenthalt im Tessin offiziell bestätigt und wir konnten mit der Vorbereitung beginnen.
Dazu gehörte auch die Zusammenstellung unseres Gepäcks. Wir bekam von Roman Eisenring gesagt, worauf ich achten sollte. Ich brauchte:
 - Eine Taschenlampe, da es dort kein Strom für Licht gab
 - Gute Schuhe, in denen ich auch einen ganzen Tag verbringen konnte
 - Bücher zum Lesen
 - Eine gute Regenjacke
 - Einen Schlafsack
 - Ein Taschenmesser
 - Und natürlich genug Kleidung für 17 Tage

Die Zugverbindungen mussten auch herausgesucht werden. Das übernahm Max. Von Siegen ging der Weg mit dem Zug und Postbus bis nach Chironico Pease. Ab Chironico war die Berghütte nur zu Fuß zu erreichen.
Kurz vor Ende der Ferien rief mich Max an und sagte mir, dass er leider nicht mitkommen könne, weil sein Trainer ihn eigentlich in dem Bundesligateam spielen lassen wollte und dass, wenn er nun 2 Wochen nicht käme, nicht gehen könnte.
Ich beschloss, die Herausforderung“ auch alleine durchzuführen.
Die Anreise
Die Reise begann mit einem Reisesegen, den wir am ersten Schultag nach den Sommerferien im Schulgottesdienst zugesprochen bekamen.
Am Tag darauf dem 13. August 2015 begann dann die eigentliche Reise: Um 7:54 Uhr fuhr der Zug in Siegen ab. Überraschender Weise traf ich dort auf zwei andere Herausforderer, die wie ich über Frankfurt nach Basel, aber dann weiter nach Zürich fuhren. In Frankfurt hatten wir 30 Minuten Aufenthalte. Dort erfuhr ich, dass der Anschlusszug nach Basel SSB bereits 5 Minuten Verspätung hatte. Die Verspätung wurde immer mehr, so dass ich noch von Deutschland aus nach neuen Verbindungen für die Schweiz suchen musste, da ich dort die Anschlusszüge verpassen würde. Ab der Schweiz hatte ich dann auch kein Internet mehr. Der Zug fuhr ich über Freiburg, wo mir mein Bruder, der dort studierte, mir ein Mittagessen und einige Sachen an den Bahnsteig brachte. In Basel stieg ich um und fuhr über Luzern nach Arth-Goldau und von dort nach Faido, dann mit dem Buss 20 Minuten über Lavorgo nach Chironico Pease. Eine Stunde später als geplant kam ich an. Das war kein Problem, da man es im Tessin mit der Zeit nicht so eng sieht. Michael, 65 Jahre und Mitbewohner der Berghütte, holte mich ab. Er begrüßte mich herzlich und lud mich noch ein, nach der langen Fahrt etwas zu trinken. Danach kam der Aufstieg: 3 Stunden hoch zur Hütte. Zu ihr führt keine Straße oder Bergbahn, nur ein kleiner Wanderpfad.
Hier machten wir beim Aufstieg bei einer Kapelle einen kleinen Stopp.
Als wir endlich nach oben ankamen - später brauchte ich mal, als ich alleine war, nur eine knappe Stunde - war es schon dunkel. Marianne, eine weitere Mitbewohnerin empfing uns mit dem Abendessen.

Ich bekam meinen Schlafplatz gezeigt und bald darauf ging ich schlafen.


Die Hütte
Die Hütte liegt im Tessin bei Faido auf 1278m über NN, in einer Reihe von vier Häusern. Zusammen heißt dieser Platz Gramonec. Die Hütte ist nicht mit Strom versorgt. Wasser muss in einem keinen Bach geholt werden. Sie gehört Roman Eisenring. Zusätzlich gibt es  in der nähe ein großes Projekt, es wurde ein Haus gebaut, in dem ein Ziegenstall und eine Werkstatt untergebracht werden sollte.

Das Haus war nicht besonders groß. Es war aber gut aufgeteilt. Es hatte zwei Fenster. Ursprünglich hatte es keine Fenster so wie es typisch für die Häuser in dieser Gegend ist.
Im Inneren gab es im Prinzip nur einen Raum. Dort war die Küche mit einer Arbeitsplatte und dem Holzherd, ein großer Tisch mit zwei Bänken und ein Bett, in dem Michael schlief. Außerdem gab es noch Regale und eine Fläche auf der wir Wuschen.  
Zu meiner Schlafstätte kam man über eine Leiter, die man aus einer Lucke in der Decke herausfahren musste. Dann hatten wir noch einen Keller, in dem ein Teil der Nahrungsmittel, von denen wir sehr vielfältig und gut ausgestattet waren, aufbewahrt wurden.
Der andere Teil der Lebensmittel wurde in einem provisorischen Kühlschrank im Bach (Bild) untergebracht. Alle Lebensmittel mussten wir besonders gut schützen, da wir einen weiteren Bewohner hatten: Den Willi. Er war ein Siebenschläfer, der alles auffraß, was achtlos rumstand und nachts solchen Krach machen konnte, dass man aufwachte. Das tolle war, dass er während ich dort war grade seine Fellfarbe wechselte.
Die Umgebung
Draußen hatten wir eine große Sitzecke, die mit einer Plane überdacht war. Dort hielt ich mich auf, wenn es in dem Haus zu dunkel wurde und man nicht mehr lesen konnte. Dann hatten wir rechts neben der Sitzecke noch einen kleinen Garten, in dem die Gewürze für das Essen wuchsen.
Auch gab es Wachteln in einem Wachtelstall. Ihre Eier aßen wir. Unser Haus ist das erste von uns aus gesehen. Bei dem Stall stand auch noch ein Wohnwagen, in dem Marianne schlief.
Wenn man über die Wiese nach unten ging, kam man zu unserer Baustelle Auf der Baustelle wurde der Stall und die Werkstatt gebaut. Die Grundmauer in Trockenmauerbauweise stand schon und nun war es an uns, das Blockhaus und den Boden auf die Mauern zu errichten. Dafür hatte Roman schon im letzten Jahr einen Kran mit einem Hubschrauber hochgeflogen. Ganz links sieht man unser Duschzelt. Unter den Planen waren die Stämme für das Blockhaus.

Der Alltag
Das wichtigste im Alltag auf der Hütte war, dass der Ofen immer brennen  musste. Sonst dauerte es sehr lange, bis der Ofen wieder heiß genug war. Es wurde ausschließlich mit Holz geheizt. Bis auf einmal, als unser Ofenrohr nicht mehr zog und der Rauch in einer undurchsichtigen Schicht unter der Decke hing. Da musste Marianne, die beruflich Köchin war und für uns kochte, zur Notreserve greifen und auf einem Gaskocher kochen. Gemeinsam haben wir später das Ofenrohr abgeklopft und den Kamin gereinigt. Dann zog der Ofen wieder.
Wichtig war auch, dass immer genug Frischwasser in der Küche war. Das mussten wir aus dem Bach (Bild) mit Eimern holen. Wir mussten auch unser Brot selber backen. Es war für mich recht seltsam nur Hefebrot zu essen, aber die Schweizer essen normalerweise kein Sauerteigbrot.
Roman hatte uns auch eine Liste gemacht, mit den Arbeiten, die wir erledigen sollten. An der Baustelle konnten wir noch nicht weitermachen, da Roman erst  den Generator für den Kran reparieren musste und wir ihn auch nicht alleine bedienen konnten. Aber sonst sollten wir vor allem neben dem Haus ein Loch ausheben, da dieses Loch irgendwann einmal mit Erde aufgefüllt worden war und sie nun die Hauswand eindrückte. Dann sollten wir noch einen Platz für den Sitzplatz begradigen, damit man den Garten vergrößern kann.
An einigen Tagen konnten wir auch wirklich gar nichts tun: An den zahlreichen Regentagen. Wenn es regnete, war alles mit dichtem Nebel verhängt. Drinnen war es zu dunkel um zu lesen oder etwas anderes zu machen. Draußen war es zu kalt, wenn man sich nicht bewegte.  
Deshalb überspannten wir unseren Holzhackplatz mit einer großen Plane, damit man dann wenigstens Holz hacken konnte


Meine Erlebnisse
Wanderungen
Ich machte zwei Wanderungen. Bei beiden wollte ich eigentlich so hoch wie möglich kommen. Doch ich musste feststellen, dass das Tessin nicht touristisch erschlossen ist und es kaum Wanderwege gibt.

    


Auf meiner ersten Wanderung kam ich durch das Dorf Ces, das von „Aussteigern“ bewohnt wird. Diese „Aussteiger“ sind Menschen, die sich von dem modernen Leben komplett abgrenzen wollen. Sie versuchen, hoch in den Bergen autark zu leben. Einmal sah ich einen solchen „Aussteiger“. Er erinnerte mich an Abbildungen von Urzeitmenschen. Ich bekam etwas Angst.
Nach Ces durchquerte ich noch mehrere andere Dörfer bis ich schließlich in einem wunderschönen Bergkessel landete, von dem aus ich eigentlich einen Stichweg hoch zum Grad vom Piz Forno  wollte. Der war aber nicht mehr auffindbar und ich beschloss, hier meine Mittagspause zu machen und danach zurück zu wandern.
Die zweite Wanderung führte mich diesmal hinter Ces in die andere Richtung, wo ich versuchte so hoch wie möglich zu kommen. Doch diesmal endete der Weg bei einer kleinen Alp und ich konnte nicht mehr weiter. Als ich deshalb irgendwann die Suche nach dem Weg aufgab und zur Hütte zurückwanderte.

 Das Wochenende mit Roman
An einem Wochenende kam Roman zu uns auf die Hütte. Da begann das richtige Arbeiten in einer großen Hauruck-Aktion. Donnerstags half ich ihm spezielle Baumaterialien hochzutragen. Freitags reparierte er den kaputten Generator und den Kran, während wir die Balken für den Boden legten. Am Samstag nutzten wir den Kran, um die ersten Blockhausbalken auf die Bodenbalken zu rangieren.

         

Sonntags regnete es mal wieder und wir konnten nicht arbeiten. Deshalb verließ uns Roman, aber ein neuer Mitbewohner stieß zu uns dazu, Adrian Gerber.


 Die letzten Tage und der Abschied
Mit Adrian kam eine neue Beschäftigung in den Hüttenalltag. Unter seiner fachkundigen Anleitung sammelten wir tagelang Pilze. Dabei lernte ich ganz viele neue Pilzarten kennen. Der Nachteil war allerdings, dass wir auch alle Arten, bekannte, unbekannte und durchaus auch sehr komische Pilze aßen. Mit Ardian wurde das Hüttenleben etwas einfacher und die Tage vergingen im Fluge. Einmal ging ich auch mit ihm zusammen in dem viel größeren Bach in der nähe duschen. Man musste sich auf einen steilen und glitschigen Felsvorsprung stellen und sich von oben mit dem sehr kalten Gebirgswasser abspülen lassen. Keiner hielt das länger als sieben Sekunden aus. Da bevorzugte man dann doch das Duschzelt. Das war ein wenig wärmer, wenn auch nicht warm.
Wir arbeiteten noch die Arbeitsliste von Roman ab und dann kam der Abschied.
Morgens um acht Uhr verabschiedete ich mich mit gepacktem Rucksack und wanderte das letzte mal den Berg runter ins Tal zur Bushaltestelle. Dort stellte ich leider fest, dass im Tessin Samstag gleich Sabato ist, das heißt ein anderer Fahrplan galt und ich noch eine Stunde warten musste. Das war besonders doof, weil ich eigentlich eine Stunde Aufenthalt in Faido eingeplant hatte, um den besonders guten Apfelwein und ein Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder Leopold einzukaufen. Daraus wurde jetzt nichts.
Das blieb nicht die einzige Änderung der Rückrute. Ich musste eine ganz neue Strecke fahren und kam schließlich zwei Stunden später müde aber glücklich und erleichtert in Siegen an. Ein großer Bahnhof empfing mich: mein Vater, meine Mutter und mein ältester Bruder begrüßten mich!

Schlussbemerkungen
Im Nachhinein würde ich sagen, dass es eine sehr schöne Zeit auf der Hütte war, doch es war auch manchmal sehr anstrengend. Manchmal fehlte mir einfach zu vieles auf einmal, was ich sonst zu Hause hätte. Es war eine Radikalumstellung des Gehirns nur, dass zu wenig Zeit zur Verfügung stand. Das war dann manchmal auch sehr brutal und es ist vieles wieder in das alte Lot zurückgefallen. Doch manches habe ich noch mir noch zurückbehalten und das ist gut so. Erst dadurch, dass mir viele Dinge auf einmal fehlten, kann ich in gewissen Bereichen sagen: Es ist toll wie wir leben. In vielerlei Hinsicht erschien mir die Trennung von Sachen grade als Befreiung. Diese Sachen sind bis jetzt zwar nicht verschwunden, doch kann ich nun mit einem ganz anderen Blickwinkel darauf schauen: Saß ich vor den 2 Wochen in den Ferien Stundenlang vor dem Handy und schaute mir Müll an, habe ich jetzt die Möglichkeit einen Stritt zurück zu gehen und zu sehen: Das ist eine Müllhalde, hier gibt es nichts zu sehen.
Wichtig für mich war auch zu erfahren was passiert, wenn an nicht genau weiß, was einen wirklich erwartet. Ich war mit der Erwartung losgegangen, ich würde auf der Hütte an meine Körperlichen Grenzen geführt werden, doch dem war nicht so. Vielmehr versank ich in mir und räumte mich ein bisschen auf. Diese Umstellung meines Herausforderungs Ziel fällt mir recht leicht, doch hätte ich dieses Ziel schon davor gehabt. Hätte ich mir ein andres Ziel für meine Herausforderung gesucht. Diesen Bruch zu erkennen und zu bewältigen war dann aber doch ganz gut.
Ich würde sagen: Es war ein sehr erfolgreiches Projekt.

Romans Projekt
Nun muss ich sagen, dass ich das, was ich auf der Hütte in dem Projekt von Roman erlebte, nirgendwo sonst erlebt hätte. Nie hätte ich solche tollen und wichtigen Erfahrungen machen können wie auf dieser Hütte im Tessin. Ich habe Menschen kennen gelernt, mit denen ich sonst nie zu tun habe. Menschen, die ganz anders Leben und Interessen haben.

Die Arbeiten, die wir zu tun hatten, erledigten wir meist zusammen und es war dabei immer eine schöne Atmosphäre, da man draußen zusammen arbeitete, in einer echt tollen Landschaft.
Noch lange erinnerte ich mich an meine Wanderungen, die ich unternahm. Ich konnte mich nicht genug über die tolle Landschaft freuen.
Die Größte Aufgabe, die wir bewältigen mussten, war allerdings den kompletten Haushalt mit nichts von dem, was man zu Hause hat zu regeln. Die Frage mit dem Essen war dank Roman, der wirklich eine Fülle an Nahrungsmitteln in allen Variationen auf der Hütte hatte, keine Große Frage. Doch das Befeuern des Ofens, das Brot zu backen, und das Waschen des Geschirrs mit auf dem Ofen warm gemachten Wasser, war eine echte Herausforderung.
Das leben auf der Hütte ist nicht ganz einfaches Zuckerschlecken. Es war und ist ein schwieriger und anstrengender Aufenthalt. Man ist von alle getrennt, was man sonst im Alltag hat. Kein Strom (bzw. eine kleine Solarzelle), kein fließendes Wasser  oder eine Kontaktmöglichkeit zum Rest der Welt. Es ist eine Welt für sich.
Für mich war sie besonders schwierig, da ich noch nie so etwas in der Richtung erlebt habe. Die Zeit in dieser Welt regte mich stark im nachdenken an. Ich hatte endlich einmal die Gelegenheit unbeeinflusst von anderen Dingen nachzudenken. Über mich und meine Zukunft.
Aber neben der Ruhe hat die Abwechslung auch nicht gefehlt. Eine ganz andere Arbeit als die von zu Hause.

Ich würde sagen, dass dieses Konzept von Roman in alle Richtungen und Interessen von Menschen geht, die eine Auszeit brauchen, etwas anderes erleben wollen oder es einfach brauchen. Mir brachte die Zeit auf der Hütte eine Menge und wenn ich so zurück schaue wird die Erinnerung jeden Tag nur noch schöner.
Bist du einer, der sich interessiert? Ich empfehle dir, das unbedingt zu machen. Es wird dich verändern und du wirst noch Jahrelang daran denken. Du erlebst so viel, wie du in unserer Zivilisation nicht in einem Jahr erleben könntest. Du lernst die verschiedensten Menschen kennen, auf die du im Alltag und Stress gar nicht achten kannst.

Zögere nicht. Ich kann dir einen Aufenthalt nur empfehlen!

 Friedrich

 

Adrian

Hoi Roman

Es war ein sehr Naturnahes Erlebnis bei Dir oben. Ich habe gerne Holz gespalten,das Wasser am fliessenden Brunnen geholt und Feuer gemacht. Das ist die Lebensart die mir gut tut und gefällt. Ich wäre gerne noch näher dabei gewesen mit dem Blockhausbau.
Mich hat auch die Umgebung mit dem Wald fasziniert. Abgesehen von vielen grossen Steinpilzen und Birkenröhrlingen, fand ich in meinem Leben die ersten Zigeunerpilze (Reifpilz). Die.sind in den letzten 30.Jahren fast ausgestorben im Flachland.

                                                  


Wir haben natürlich auch reichlich davon gekocht. (Marianne Friedrich und ich).
Ich danke dir auch herzlich dass.Du all die notwendigen Lebensmittel bereitgestellt hast und einen schönen Schlafraum bietest.

Wir begannen oben auch mit dem ausgraben und ebnen eines neuen Sitzplatzes und füllten die Körbe mit Schiefersteinen um die Hausmauer zu stützen.
Übrigens Du hast gute Sanitäre Anlagen eingerichtet.
Ja nochmal, man kann schon Feuern und kochen wenn draussen das Wasser fliesst und Salz Mehl Zwiebeln usw. im Keller sind.

Herzlichen Dank Roman

Ach ja und da.war noch der Siebenschläfer, ich hab so einen zum ersten Mal zu Gesicht bekommen, da war ich fasziniert.

                      

Beste Grüsse Adrian

 

 

Marianne

Gramonenc Rückblick!
 
Auszeit auf dem Berg.
Mit allen Sinnen geniessen.
Sich Zeit nehmen, herunterfahren.
Alles geht langsamer als im Alltag.
Kochen auf dem Holzherd hat so seine Tücken.
Wasser holen am Bach.
Fremde Menschen kennen lernen, Freunde gewinnen.
 
               
 
Aufatmen in dieser herrlichen Bergluft.
Zusammen Arbeiten, Kochen,Essen und viele Gespräche führen.
Es war eine Intensive, abwechslungsreiche Zeit die ich nicht missen möchte.

Marianne




Wanderkarte nach Gramonenc

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Wanderkarte nach Ces-Cala-Doro
 

Wetterkarte

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Video

 Klicke auf das Bild und schaue dir den Helikoptertransport von anfang September 2014 auf  You Tube an.

Zu beachten der Helikopter hat statt einem sogar 2 Rotoren oben, eine sehr seltene Maschine, die desshalb höhere Lasten tragen kann.

Saison 2016

Für 2016  wird wieder einiges organisiert.
Für weitere Infos  auf den Link unten klicken.

Programm Sommer 2016

Skype

Für die Kontaktaufnahme über Skype. Der Skypename lautet

Cultura-Monti